Bundesausschuss entscheidet: Vorgeburtliche Bluttests auf Trisomien als Kassenleistung. Briefe an die Politik

In Berlin fanden im Frühjahr und im Sommer intensive Diskussionen darüber statt, ob ein vorgeburtlicher Bluttest auf Trisomien zur Kassenleistung werden soll.

Wir haben uns als diakonische Vorstände der LebensWerkstatt, der Offenen Hilfen HN, von Lichtenstern und vom Sonnenhof mit einem Brief an die Bundestagsabgeordneten der Region Heilbronn-Franken dagegen gewandt. Weil wir die Sorge haben, dass damit eine weitere Diagnostik mit selektiver Zielsetzung in der Schwangerenvorsorge etabliert wird. Denn mit dem Untersuchungsergebnis ist keine therapeutische Handlungsoption verbunden. Die einzige Handlungsalternative zur Geburt des Kindes mit Behinderung ist der Schwangerschaftsabbruch. Außerdem erhöht eine solche Untersuchung als Kassenleistung den Druck auf werdende Eltern.

Wir haben diesen Brief auch unseren Werkstatträten und Bewohnerbeiräten zukommen lassen. Der geschäftsführende Werkstattrat hat daraufhin einen eigenen Brief an die Bundestagsabgeordneten verfasst, den wir hier veröffentlichen.

In der Zwischenzeit hat der Gemeinsame Bundesausschuss die Entscheidung getroffen, dass der Bluttest Kassenleistung werden soll. Eine weitere Diskussion oder Entscheidung im Bundestag ist nicht vorgesehen. Was aber von unseren Politiker*innen noch erreicht werden kann, sind gute und verpflichtende Beratungen vor und nach den Tests. Um die Eltern nicht allein zu lassen. Und um zu werben für ein Familienleben mit Kindern mit und ohne Behinderung.

Damit wir alle miteinander weiterhin unterwegs sind auf dem Weg in eine inklusive Gesellschaft, die offen ist für alle Menschen!

  • Lesen Sie hier den Brief des geschäftsführenden Werkstattrats der LebensWerkstatt >> weiter
  • Hier können Sie den gemeinsamen Brief der diakonische Vorstände lesen >> weiter